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Presse

Digital Car 2025: Assistierend, Automatisiert oder Autonom

03.05.19 -

Von Jubel bis zu großer Skepsis

Assistenzfunktionen werden in unseren Autos immer zahlreicher, keine Frage. Ob sie alle aber auch bereits in nächster Zukunft intensiv genutzt werden, ist nach Untersuchungen hierzulande eher fraglich. Eine Antwort, wie weit die Automatisierung der Autos überhaupt geht je die volle Autonomie im dichten mitteleuropäischen Stadtverkehr erreicht, ist nicht einfach und vermutlich nur sehr differenziert zu geben.

Und wenn Elon Musk schon 2020 eine Flotte von Roboter-Taxis auf die Straßen bringen will, reicht die Bandbreite der Kommentare von Jubel bis zu großer Skepsis und Hinweis auf die überholten Prognosen der Automobil-Konzerne, die selbiges bereits für die Jahre ab 2018 voraussagten. Revolution oder doch Evolution, das ist hier die Frage.  Und die viel zitierten mobilen „Neuen Geschäftsmodelle“, etwa Sharing des eigenen Autos oder Bezahlen der Dienste im Auto statt Bezahlen des Autos, bedürfen sicher auch noch mancher Konkretisierung, ganz zu schweigen von den Fragen zur Sicherheit und Rechtskonformität, insbesondere dem Datenschutz bei Nutzung der beim Autofahren erhobenen Unmengen von Daten zum Auto selbst, aber auch unserem Fahrstill und Verhalten im Verkehr.

Angesichts der Komplexität von Technologien und Umfeld für vernetzte Mobilität sind hierzu sicher Diskussionen aus verschiedenen Blickwinkeln erforderlich. Wie kann z.B. eine sorgfältige Diskussion über die Ethik im autonomen Auto geführt werden, wenn nicht einmal klar ist, welche Sensoren zur Erkennung von Personen und anderen Hindernissen irgendwann einmal eingesetzt werden: Elon Musk setzt vor allem auf Kameras, Google auf Laser, andere wieder auf eine Kombination vieler verschiedener Sensortechnologien – aber das Thema Sensor Fusion ist noch in den Kinderschuhen. Einige Experten sagen, dass Sensoren dem Menschen haushoch überlegen seien, andere, dass in der erforderlichen Kombinatorik die Stärke der menschlichen Sensorik liege. Beides ist vermutlich richtig – aber nicht für sich alleingenommen. Dann der Hype um das Thema „connected“: Müssen die autonomen Fahrzeuge der Zukunft jederzeit per 5G im Netz sein, wie es landauf, landab in den Medien zu lesen ist oder sollten sie eher unabhängig von Funklöchern im Sauerland oder Bayrischen Wald – aufgrund eigener Sensorik und KI – und erst damit wirklich autonom fahren?  Und welcher Grad von KI ist überhaupt an Bord zu finden, „Robots-on-Board“ oder „Watson-aus-der-Cloud“, letzteres mit aller Problematik bezüglich der Laufzeit des Signals. Schließlich - wie sieht es mit der Sicherheit aus – denn Hacking, wie es bereits mehr als die Hälfte aller deutschen Nutzer am PC, Laptop oder Handy erlebt haben, ist im Auto sicher nicht akzeptabel. Und, um noch eines darauf zu setzen – wer haftet bei Unfällen? Experten befürchten Unklarheiten und manche wollen sogar „den Roboter“ als eine dritte, individuell mit einer Nummer gekennzeichneten Rechtspersönlichkeit anlegen, der aus einem Fonds heraus auch die von ihm verursachten Schäden begleicht. Alles in allem, es ist noch ziemlich viel offen, wenn es um die Digitalisierung der Geschäftsmodelle, neue Dienste, neue Anwendungen im automobilen Bereich geht.

(Veranstaltungshinweis:  Experten-Roundtable der deutschen ict + medienakademie über automobile Evolution oder Revolution, Mittwoch, 5. Juni 2019, 12.00 – 18.00 Uhr, TÜV Rheinland, Raum: Sky Cologne, Am Grauen Stein, 51105 Köln).Weitere Informationen & Anmeldung hier.


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